Blaufärben mit Indigo
Am 11. November verwandelte sich unser Chemiesaal in eine kleine Indigo-Werkstatt. Beim Blaufärben entstanden nicht nur richtig coole Werkstücke, sondern wir konnten auch hautnah beobachten, wie Indigo arbeitet – etwas, das man sonst kaum zu Gesicht bekommt. Aus der gelben Lösung wurde nach und nach ein kräftiges Blau.
Das benötigten wir:
Für das Experiment benötigten wir einen 100-ml-Erlenmeyerkolben, 0.1 g Indigo, 1 g Natriumhydroxid (NaOH), 1 g Natriumdithionit (Na₂S₂O₄), 20 ml Wasser, ein 400-ml-Becherglas und weiße Kleidungsstücke.
So wird es durchgeführt:
Als Erstes bereiteten wir ein Wasserbad auf einer Heizplatte vor, sodass wir die Temperatur genau kontrollieren konnten und das Gemisch eine Temperatur von 70 °C nicht überschritt. Nachdem wir die Chemikalien sorgfältig abgewogen hatten, gaben wir sie in ein Becherglas und stellten es ins Wasserbad. Die sogenannte Küpe blieb so lange im Wasserbad, bis sie sich gelb färbte. Dabei rührten wir ständig, damit der Prozess schneller voranschritt. Sobald die Küpe die gelbliche Farbe erreicht hatte, gossen wir diese vorsichtig ins Wasserbad. Dann war es endlich soweit: Wir tauchten unsere Stoffe für fünf Minuten hinein. Anschließend breiteten wir sie auf einer Fläche aus, damit die Farbe noch weitere fünf Minuten wirken konnte. Zum Schluss spülten wir die Stoffe kurz unter Wasser aus und hängten sie zum Trocknen auf.
Das besondere an Indigo:
Indigo ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke, das zum Färben von Denim-Baumwolle verwendet wird. Indigo löst sich fast gar nicht in Wasser und muss deshalb vor dem Färben durch Reduktion, zum Beispiel mit Natriumdithionit, in die wasserlösliche Form Leuko-Indigo überführt werden. Dieser Vorgang, bei dem der Stoff umgewandelt wird, wird auch „Verküpung“ genannt. Die Blaufärbung entsteht somit erst nach Kontakt mit Sauerstoff.
Fazit:
Das Blaufärben mit Indigo war ein spannendes und lehrreiches Experiment. Wir konnten beobachten, wie aus der vorbereiteten Mischung durch chemische Vorgänge ein kräftiges Blau entsteht und wie wichtig genaue Temperaturkontrolle und sorgfältiges Arbeiten sind. Außerdem haben wir gelernt, dass Indigo als Pigment besondere Eigenschaften hat und erst durch die Verküpung und den Kontakt mit Sauerstoff seine typische Farbe zeigt. Das Experiment hat gezeigt, wie praktisch Chemie angewendet werden kann und wie interessant es ist, Stoffe selbst zu färben.
(Elena Petter, BRG Landeck/8b)




