Redoxreaktionen live: Unsere Laboreinheit mit Chlorgas
Am 7. Oktober 2025 wurde unser Chemielabor zum Schauplatz einer besonders lehrreichen Versuchseinheit. Wir stellten selbst Chlorgas (Cl₂) her – ein gelbgrünes, stark oxidierendes Gas. Chemische Prozesse, die wir bisher nur theoretisch kannten, konnten unmittelbar im Experiment beobachtet werden.
So haben wir Chlorgas hergestellt
Für die Gasentwicklung befüllten wir einen Low-Cost-Gasentwickler mit Kaliumpermanganat (KMnO₄) und träufelten langsam konzentrierte Salzsäure (HCl) hinzu. Dabei oxidierte das Permanganat-Ion (MnO₄⁻) die Chloridionen (Cl⁻) zu elementarem Chlor (Cl₂), während Manganchlorid (MnCl₂), Kaliumchlorid (KCl) und Wasser (H₂O) als Nebenprodukte gebildet wurden. Unter leichtem Unterdruck verhinderten wir ein Entweichen des Gases und gewährleisteten einen kontrollierten Ablauf der Reaktion.
Experimente mit Wow-Effekt
- Iod-Test: Filterpapier wurde mit Kaliumiodidlösung (KI) befeuchtet. Chlor oxidierte die Iodidionen (I⁻) zu elementarem Iod (I₂), und das Filterpapier färbte sich braun.
- Farbbleiche: Verschiedene Filzstiftfarben und frische Blätter wurden auf Filterpapier angefeuchtet. Beim Auftropfen von Chlor verblassten die Farben blitzschnell, da Chlor die Farbstoffmoleküle stark oxidativ zerstört. Besonders eindrucksvoll war, wie schnell die Farben verschwanden.
- Synthese von Natriumchlorid: Metallisches Natrium (Na) reagierte mit Chlor (Cl₂) zu weißem, kristallinem Natriumchlorid (NaCl). Wir konnten direkt beobachten, wie Natrium oxidiert und Chlor reduziert wird – ein klassisches Beispiel für eine Redoxreaktion.
Sicherheitsaspekte
Chlorgas ist giftig und reizend. Deshalb arbeiteten wir immer unter Aufsicht, mit Schutzbrille und Labormantel. Überschüssiges Gas wurde über Aktivkohleröhrchen sicher adsorbiert und entsorgt.
Fazit
Eine spannende Laboreinheit, die Redoxreaktionen und die Wirkung starker Oxidationsmittel praxisnah zeigte und gleichzeitig den sicheren Umgang mit Chlorgas vermittelte.
(Emil Scherl, BRG Landeck/8b)
